Wer schon einmal nach einem LED-Bildschirm gesucht hat, ist wahrscheinlich schon auf Begriffe wie „32-Scan“ oder „64-Scan“ gestoßen. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich?
Die Scantechnologie ist der unbesungene Held von LED-Displays. Sie sorgt dafür, dass die Pixel schnell genug aufleuchten, um ein nahtloses Bild zu erzeugen. Heute erklären wir Ihnen die Details von 32-Scan- und 64-Scan-LED-Displays.
Die Grundlagen von LED Präsentation Scantechnologie

Beginnen wir mit den Grundlagen. Die sogenannte „Abtastrate“ eines LED-Bildschirms beschreibt, wie schnell die Pixelreihen eines Bildes aufleuchten. Man kann es sich so vorstellen: Ein einzelnes Videobild besteht aus Hunderten oder Tausenden von LED-Reihen. Die Abtastrate bestimmt, wie viele dieser Reihen gleichzeitig leuchten und wie schnell sie wechseln.
Vereinfacht gesagt: Die Abtastrate ist das Verhältnis der gleichzeitig beleuchteten Zeilen zur Gesamtzahl der Zeilen auf dem Bildschirm. Beispielsweise bedeutet eine Abtastrate von 1/32, dass der Bildschirm jeweils eine von 32 Zeilen gleichzeitig beleuchtet und so innerhalb von Millisekunden alle Zeilen durchläuft, um ein vollständiges Bild zu erzeugen. Eine Abtastrate von 64 funktioniert analog, jedoch mit nur einer von 64 Zeilen.
Statisches vs. dynamisches Scannen:
Bevor wir uns mit den Unterschieden zwischen 32 und 64 befassen, wollen wir die beiden Hauptkategorien des Scannens klären: statisches und dynamisches Scannen.
Statisches Scannen:
Es verwendet eine „Eins-zu-Eins“-Steuerung. Jedes Pixel verfügt über eine eigene Treiberschaltung. Es werden keine Zeilen durchlaufen; jedes Pixel bleibt während der gesamten Anzeige eines Bildes angesteuert. Dadurch wird ein gestochen scharfes, helles und flimmerfreies Bild erzeugt. Allerdings ist es teuer. Es werden deutlich mehr Treiberchips benötigt. Statisches Scannen findet außerhalb von High-End-Außenbildschirmen oder kritischen Displays nur selten Anwendung.
Dynamisches Scannen:
Es verwendet eine „gemeinsame“ Ansteuerungsmethode. Die Treiberchips wechseln sich zwischen den Zeilen ab und leuchten diese nacheinander auf. Dies ist kostengünstiger, hat aber Nachteile: geringfügiger Helligkeitsverlust, potenzielles Flimmern und geringere Stabilität bei hohen Bildwiederholraten.
32-Scan und 64-Scan sind beides dynamische Abtastverfahren. Sie sind die gängigsten Optionen für kommerzielle LED-Bildschirme.
Wie berechnet man die Scanrate?

Falls Sie jemals die Bildwiederholfrequenz eines Bildschirms ermitteln müssen, hier ein einfacher Trick:
Zählen Sie die Gesamtzahl der LEDs auf der Bedienblende des Geräts.
Zählen Sie die Anzahl der 74HC595-Chips (ein gängiger Treiberchip) auf dem Bedienfeld.
Rechne nach:
(Gesamtzahl der LEDs) ÷ (Anzahl der 74HC595-Chips) ÷ 8
= Abtastrate (z. B. 1/32 oder 1/64).
Beispielsweise:
Ein 16×8-Vollfarbmodul (2R1G1B) verfügt über insgesamt 512 LEDs. Bei Verwendung von 8 MBI5026-Treiberchips (16 Bit):
512 ÷ 16 (Chip-Bits) = 32;
Es handelt sich also um einen 32-Scan-Film. Mit 4 Chips erhält man 64 Scans. Ganz einfach, oder?
Was sind 32-Scan- und 64-Scan-LEDs? Präsentation Bildschirme?
Nun zu den konkreten Modellen. Kommerzielle LED-Bildschirme mit 32 und 64 Scans.
32 Scan:
Ein 32-Scan-LED-Bildschirm teilt jedes Bild in 32 separate Zeilen (oder „Zonen“) auf und durchläuft diese in schneller Folge. Stellen Sie sich eine Bühne mit 32 Scheinwerfern vor. Jeder leuchtet einen Sekundenbruchteil lang auf, beleuchtet seinen Bereich der Bühne und schaltet sich dann wieder aus, um Platz für den nächsten zu machen. Ihre Augen verschmelzen diese kurzen Lichtblitze zu einem einzigen, flüssigen Bild.
64-Scan:
Ein 64-Scan-Bildschirm funktioniert nach demselben Prinzip, teilt das Bild aber in 64 kleinere Zonen auf. Das ist vergleichbar mit der Verdopplung der Anzahl der Scheinwerfer auf der Bühne. Jeder Scheinwerfer beleuchtet einen kleineren Bereich und schaltet sich dadurch noch schneller ein und aus. Diese feinere Unterteilung ermöglicht eine präzisere Steuerung der einzelnen Pixel, was zu flüssigeren Bildern und besseren Farbübergängen führt.
Wie funktionieren sie?
Der Hauptunterschied zwischen 32- und 64-Scan liegt in der Art und Weise, wie sie die aktuelle Auslastung und die Aktualisierungsgeschwindigkeit handhaben.
- Scan-Mechanik
Jeder Treiberchip steuert 32 Reihen von LEDs, die mit einer Frequenz von ca. 100-200 Hz (Bilder pro Sekunde) abwechselnd angesteuert werden.
Da weniger Zeilen gleichzeitig beleuchtet werden, verbraucht der Bildschirm pro Zyklus weniger Strom. Dadurch wird die Wärmeentwicklung reduziert und Energie gespart.
Der Kompromiss:
Bei größeren Bildbereichen kann es bei sich schnell bewegenden Bildern zu leichtem Flimmern oder „Geisterbildern“ kommen, wenn die Bildwiederholfrequenz nicht hoch genug ist.
64-Scan-Mechanik
Jeder Treiberchip steuert 64 Zeilen und arbeitet mit einer Frequenz von ca. 200-300 Hz (schneller als 32-Scan).
Kleinere Zonen bedeuten, dass jeder Treiberchip weniger LEDs gleichzeitig ansteuert, wodurch die Strombelastung pro Zone weiter sinkt. Dies reduziert die Wärmeentwicklung und verlängert die Lebensdauer der LEDs.
Der Kompromiss:
Schnellere Schaltzyklen können zu einem leichten Helligkeitsverlust führen, da jede LED pro Bild kürzer leuchtet. Hersteller von LED-Displays beheben dies durch Erhöhung des Treiberstroms. Dies kann jedoch den Stromverbrauch geringfügig erhöhen.
Hauptmerkmale: 32-Scan vs. 64-Scan
32-Scan-Funktionen
Energieeffizienz: Geringere Strombelastung pro Zyklus bedeutet geringeren Stromverbrauch. Ideal für Installationen im 24/7-Betrieb.
Langlebigkeit: Die ausgewogene Wärmeverteilung reduziert den Verschleiß an LEDs und Treiberchips und führt so zu einer längeren Lebensdauer.
Kostengünstig: Benötigt weniger Treiberchips als statisches Scannen.
Stabile Leistung: Funktioniert gut für die meisten statischen oder sich langsam bewegenden Inhalte.
64-Scan-Funktionen
Überragende Bildqualität: Die feinere Zoneneinteilung sorgt für sanftere Farbübergänge und schärfere Details. Ideal für hochauflösende Videos oder detailreiche Grafiken.
Höhere Bildwiederholraten: Schnellere Bildwiederholfrequenzen (über 200 Hz) eliminieren Flimmern. Daher ist es perfekt für Foto- und Videoaufnahmen geeignet – Streifenbildung auf Fotos gehört der Vergangenheit an.
Längere Lebensdauer: Der geringere Strom pro Zone reduziert den LED-Verschleiß und verlängert die Lebensdauer im Vergleich zu 32 Scans um 1-2 Jahre.
Helligkeitsoptimierung: Selbst bei geringem Helligkeitsverlust pro Zyklus können LED-Display-Hersteller den Strom erhöhen, um die für den Außeneinsatz erforderliche Helligkeit von 32 Scans zu erreichen.
Die größten Unterschiede: Wenn es am wichtigsten ist
Nun wollen wir uns mit den praktischen Unterschieden auseinandersetzen.
Bildwiederholfrequenz und Flimmern
32-Scan: Maximal 200 Hz. Für die meisten alltäglichen Anwendungen, wie z. B. Innenbeschilderungen, ist dies ausreichend. Bei schnell bewegten Inhalten oder Fotos können jedoch Flimmern oder Streifenbildung auftreten.
64-Scan: Erreicht problemlos über 300 Hz. Flimmern ist praktisch nicht vorhanden, selbst bei Hochgeschwindigkeitsvideos oder -fotos. Ideal für Fernsehstudios, Konzertbühnen etc.
Bildqualität für dynamische Inhalte
32-Scan: Schwierigkeiten bei schnellen Bewegungen. Bei Sportübertragungen, Actionfilmen oder scrollendem Text können Geisterbilder oder Unschärfen auftreten.
64-Scan: Ideal für dynamische Inhalte. Die feinere Zoneneinteilung und die höhere Bildwiederholfrequenz sorgen für flüssige und scharfe Bewegtbilder. Die beste Wahl für Bildschirme, auf denen regelmäßig Videos abgespielt werden.
Helligkeit und Stromverbrauch
32-Scan: Von Natur aus heller pro Watt, da jede LED pro Zyklus länger leuchtet. Verbraucht 10–15 % weniger Strom als 64-Scan.
64-Scan: Standardmäßig etwas dunkler, was die Hersteller jedoch durch einen höheren Treiberstrom ausgleichen. Dadurch erreicht die Helligkeit die von 32-Scan, der Stromverbrauch steigt jedoch um 5–10 %.
Kosten und Komplexität
32-Scan: Günstiger in der Anschaffung. Benötigt weniger Treiberchips und einfachere Steuerschaltungen. Die Installation ist unkompliziert und Reparaturen sind einfacher.
64-Scan: Teurer. Benötigt mehr Treiberchips und eine fortschrittliche Steuerungssoftware für schnellere Zyklen.
Lebensdauer und Zuverlässigkeit
32-Scan: Zuverlässig für 5–7 Jahre (Innenbereich) bzw. 3–5 Jahre (Außenbereich). Ausgewogene Wärmeverteilung reduziert das Ausfallrisiko, jedoch kann häufiger Betrieb (24/7) die LEDs schneller verschleißen lassen.
64-Scan: Langlebiger. 6–8 Jahre (Innenbereich) bzw. 4–6 Jahre (Außenbereich). Geringerer Stromverbrauch pro Zone reduziert Wärmeentwicklung und LED-Verschleiß bei Langzeitinstallationen.
Häufige Probleme, auf die Sie achten sollten
32-Scan: Es besteht die Gefahr von Flimmern bei schnell bewegten Inhalten oder Fotos. Bei Überhitzung der Treiberchips können horizontale Streifen („Raupenlinien“) auftreten.
64-Scan: Bei zu hoher Stromstärke besteht die Gefahr von Farbverzerrungen. Zudem kann es auf großen Bildschirmen zu leichten Helligkeitsungleichmäßigkeiten kommen.
So wählen Sie die richtige Lösung: 32-Scan oder 64-Scan für Ihr Projekt

Die richtige Scanrate hängt von drei Dingen ab: Ihrem Budget, Ihrem Anwendungsfall und Ihren Leistungsanforderungen.
Wählen Sie 32-Scan, wenn:
Das Budget ist knapp: Sie wünschen sich einen zuverlässigen Bildschirm, ohne Ihr Budget zu sprengen. 32-Scan ist die kostengünstigste Option für Projekte im mittleren Preissegment.
Der Inhalt ist statisch oder bewegt sich langsam : Verwenden Sie ihn für Ladenschilder, Speisekarten, Büroinformationsdisplays oder Daten-Dashboards. Diese benötigen keine ultraschnellen Aktualisierungsraten.
Nur für den Innenbereich geeignet: 32-Scan funktioniert hervorragend bei kontrollierter Beleuchtung.
Sie legen Wert auf Energieeffizienz: Geringerer Stromverbrauch spart Geld bei Stromrechnungen für Anlagen, die rund um die Uhr in Betrieb sind.
Wählen Sie 64-Scan, wenn:
Bildqualität ist unerlässlich: Sie benötigen scharfe, flüssige Videos oder Fotos. 64-Scan eignet sich perfekt für Fernsehstudios, Konzertbühnen oder Event-Hintergründe.
Für den Einsatz im Freien oder in hellen Innenräumen: 64-Scan kommt mit hoher Helligkeit besser zurecht und ist blendresistenter als 32-Scan.
Langfristige Installation: Sie wünschen sich einen Bildschirm mit einer Lebensdauer von mindestens 6 Jahren. Der geringere LED-Verschleiß des 64-Scan-Systems rechtfertigt die höheren Anschaffungskosten.
Der Inhalt ist dynamisch: Nutzen Sie ihn für Sportbars, Live-Übertragungsbildschirme oder digitale Werbetafeln, auf denen regelmäßig Videos abgespielt werden.
Häufige Irrtümer über Scanraten
Lassen Sie uns einige Missverständnisse ausräumen, die Käufer oft in die Irre führen:
Mythos 1:
Höhere Abtastrate = helleres Bild.
Tatsächlich ist die Helligkeit bei 64-Scan-Bildern standardmäßig etwas geringer, Hersteller können jedoch den Strom erhöhen, um die Helligkeit von 32-Scan-Bildern zu erreichen. Die Helligkeit hängt stärker von der LED-Qualität als von der Scanrate ab.
Mythos 2:
32-Scan ist immer besser. Tatsächlich ist 64-Scan für statische Inhalte überdimensioniert. Es kostet mehr und verbraucht mehr Strom, ohne dass ein zusätzlicher Vorteil besteht, wenn man nur Text oder Bilder anzeigt.
Mythos 3:
32-Scan ist von geringer Qualität. Tatsächlich ist 32-Scan für die meisten Anwendungen in Innenräumen völlig ausreichend. Es ist nicht umsonst der Industriestandard – er bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Qualität, Kosten und Effizienz.
Mythos 4:
Die Scanrate hat keinen Einfluss auf die Lebensdauer. Tatsächlich reduziert der geringere Strom pro Zone bei 64 Scans den LED-Verschleiß und führt somit zu einer längeren Lebensdauer.
Final Thoughts:
32-Scan- und 64-Scan-LED-Bildschirme sind nicht „besser“ oder „schlechter“. Sie sind für unterschiedliche Anwendungsbereiche konzipiert. Vor dem Kauf sollten Sie sich drei Fragen stellen:
- Was soll auf dem Bildschirm angezeigt werden (statischer vs. dynamischer Inhalt)?
- Wo wird es installiert (innen oder außen, helle oder gedämpfte Beleuchtung)?
- Wie lange soll es halten (kurzfristig vs. langfristig)?
Die Beantwortung dieser Fragen wird Ihnen die Entscheidung erleichtern.
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